Rennmäuse haben schon
lange mein Herz erobert. Als Jugendliche habe ich sozusagen Farben gesammelt und
hatte so bis zu 40 Renner in meinem Zimmer.
Die aus der Mongolei stammenden Nager sind sehr gesellige Tiere, welche in
Gruppen leben.
Die „Krieger mit Krallen“, wie ihr lateinische Name übersetzt lautet, bereiten
Anfängern oft Probleme, denn eine Vergesellschaftung mit fremden Tieren muss
ebenso gut bedacht und vorbereitet werden wie eine Vergrößerung des Reviers. Zu
schnell kommt es zu blutigen Kämpfen, die bis zum Tode des Schwächere führen
können.

Meine vier Renner leben in einem ausrangierten 200 l Aqua in dem sie sich sehr
wohl fühlen. Neben einer kleinen Box mit Badesand stehen ihnen
Klettergegenstände, ein von Joachim gebasteltes Laufrad und
Versteckmöglichkeiten zur Verfügung, umgeben von massenhaft Einstreu.
Rennmäuse lieben es, Gangsysteme anzulegen. Da dies aber nur mit ausreichend
Baumaterial möglich ist, sollte man ungefähr die Hälfte des Aquas (gängige
Terrarien und Käfige eignen sich meiner Meinung nach für die Haltung wenig) mit
einer Mischung aus staubarmer Späne, Heu und Stroh befüllen.
Die Zähmung von Rennmäuse geschieht in der Regel recht problemlos, da die stets
neugierigen Tiere sich schnell an Tagesabläufe gewöhnen. Füttert man also immer
zum gleichen Zeitpunkt und verbindet man dies mit einem Geräusch (Pfiff oder
Rascheln der Futterbox) als Ritual, dauert es nicht lange bis man freudig
erwartet wird.
Das Füttern von der Hand ist ebenfalls eine gute Möglichkeit, doch rasche und
unüberlegte Bewegungen sind zu vermeiden. Achtung, die Mäuse knabbern schon
einmal auf Futtersuche gerne an der Hand.
Meine Vier reagieren zwar auf einen Pfiff und schrecken auch vor (Hand-)Bewegungen
im Aqua nicht zurück, ich beschäftige mich aber bewusst nicht so intensiv mit
ihnen wie ich es früher gemacht habe.
Ganz besonders gerne beobachte ich Pantoufle, Ernie, Bert und Heiko, wenn ich
das Aqua neu eingerichtet habe – besser als jede Fernsehsendung!
